Ergänzende Therapien

Fango/Heißluft

Fango ist ein reines Naturprodukt, das seit langem als Wärme-, manchmal auch als Kälteanwendung verabreicht wird.

Wärme ist eine unterstützende und vorbereitende Maßnahme für die krankengymnastische Behandlung und wird eingesetzt zur Tonussenkung der Muskulatur bei starken Verspannungen oder zur verbesserten Durchblutung des behandelten Gewebes.

Heiße Rolle

Die Heiße Rolle wird aus Frotteetüchern, die trichterförmig bzw. zylinderförmig zusammengerollt werden, hergestellt. Die Frotteetücher werden mit kochendem Wasser getränkt und auf die Haut getupft.

Um eine Abkühlung der Tücher zu vermeiden und um die Hitzewirkung möglichst lange zu erhalten, werden sie bei der Behandlung von außen nach innen abgerollt.

Mit starker Wärmeintensität und der Möglichkeit gleichzeitiger mechanischer Beeinflussung der Haut dient sie zur intensiven lokalen Durchblutung und hat eine schmerzlindernde und reflektorische Wirkung auf innere Organe.

Eistherapie

Die Eistherapie wird eingesetzt bei akuten Schmerzen, Rheuma und Schwellungen nach operativen Eingriffen.

Zur Schmerzlinderung:
Die Meldungen, die die Kältemelder ans Gehirn weitergeben, stören die Weiterleitung der Schmerzreize. Die Kältereize erreichen nämlich deutlich schneller das Gehirn als ein Teil der Schmerzreize. Ist der Kältereiz so ausgeprägt, dass er selbst als Schmerzreiz wahrgenommen wird – z. B. eine Eispackung über einem verletzten Gelenk – dann überdeckt der künstlich erzeugte Kälteschmerz den Verletzungsbedingten Schmerz. Wirkt die Kälte über längere Zeit ein, dann erzeugt sie vorübergehend sogar eine Lähmung der Kälte– und der Schmerzrezeptoren in der Haut. Zudem setzt sie die Geschwindigkeit herab, mit der die Nerven einen Reiz – also z. B. Schmerz – weiterleiten können.

Zur Entzündungshemmung:
Ist im Gewebe eine Entzündung im Gange, zeigt sich das meist durch eine gesteigerte Durchblutung, die an der charakteristischen Rötung und Überwärmung des Gewebes zu erkennen ist. Kälte bringt die Blutgefäße dazu, sich zusammenzuziehen und reduziert so die Durchblutung. Als Folge der Kälte selbst laufen die Stoffwechselprozesse im entzündeten Gewebe langsamer ab. Gedrosselt wird vor allem auch die Aktivität von Enzymen, die im Gewebe entzündungs- und schmerzfördernde Substanzen herstellen helfen. Zudem vermindert Kälte die entzündungsbedingte Schwellung.

Als Einfluss auf die Muskelspannung:
Wie Kälte den Spannungszustand der Muskulatur beeinflusst, das hängt von ihrer Einwirkdauer ab. Zunächst wird die unwillkürliche Spannung herabgesetzt, im Gegenzug aber die willkürliche Aktivierung der Muskeln erhöht. So kann ein Tauchbad in eiskaltem Wasser sogar spastisch verkrampfte Muskeln entspannen. Nach 20 bis 25 Minuten erreicht die Kälte die Muskelspindeln. Muskelspindeln sind Dehnungsmelder, die unter anderem die Muskelspannung regulieren. Kälte macht die Muskelspindeln unempfindlicher. Dadurch verstärkt sich der muskelentspannende Effekt noch. Zudem dauert dieser Effekt auch noch an, wenn die Kälte nicht mehr einwirkt.